Schauspieler
Axel Neumanns Weg als Schauspieler begann direkt nach dem Abitur – 1989 betrat er erstmals die professionelle Theaterbühne. Elf Jahre lang spielte er auf verschiedenen Bühnen, darunter fünf Jahre unter Wolfgang Engel am renommierten Schauspielhaus Leipzig.
1999 wechselte er vor die Kamera und startete mit internationalen Produktionen durch: Leos Carax besetzte ihn in „Pola X“, Sharunas Bartas in seinem Autorenfilm „Freedom“. Seitdem ist Axel Neumann in anspruchsvollen Arthaus-Filmen wie „Ich und Kaminski“ ebenso zu sehen wie in populären Kinohits wie „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“, wo er das Rumpelstilzchen verkörperte. 2006 wurde er mit dem Deutschen Comedy Filmpreis ausgezeichnet.
Auch wenn sein Schwerpunkt inzwischen auf der bildenden Kunst liegt, steht Axel Neumann nach wie vor für ausgewählte Rollenanfragen zur Verfügung.
Seit 2026 ist er in seinem eigenen Programm „3 Wochen ohne Licht. Ein Abend über Grenzerfahrungen und die Bilder, die uns dort begegnen“ zu erleben. Darin finden seine beiden Berufe zu einem Künstlerabend zusammen. Seine nächsten Auftrittstermine finden sie hier.
Tu’ nicht so, als ob
Sahara im Jahr 1999. Dreharbeiten zum Kinofilm „Freedom“. Wochenlanges Warten mitten in der Wüste, ohne Drehbuch, ohne Regieanweisungen. Was auf den ersten Blick wie ärgerlich vertane Zeit wirkte, entpuppte sich als kostbare berufliche Prägung:
„Zeig mir nichts, es wäre nichts wert!“ Das war der Standartsatz des Regisseuren Sharunas Bartas. Die Kamera macht jede noch so winzige geistige Regung sichtbar. Da ist Lügen zwecklos! Und er sollte recht behalten, denn das Ergebnis des Sahara-Abenteuers wurde im Jahr 2000 an den Filmfestspielen Venedig mit dem Spezialpreis der Jury: „Mensch und Natur“ ausgezeichnet.
Diese Authentizität, die Bartas von seinem Team gefordert hat, ist für Axel Neumann bis heute Programm. Für ihn ist Schauspiel nicht „so tun als ob“, sondern Verwandlung. Deswegen spricht Axel Neumann auch lieber von Menschendarstellung. Jeder trägt alle Charakterzüge in sich und der Menschendarsteller ist in der Lage eben jene Eigenschaften aus sich herauszuholen, die er für seine Rolle braucht. Die Rollenarbeit ist ein faszinierender Prozess und nicht ohne Grund träumen viele von diesem Beruf.
Es steckt mehr als Sensationslust dahinter, wenn Menschen sich die Geschichten der großen Hollywood Schauspieler erzählen, die monatelang Bus fahren, weil sie im nächsten Film einen Busfahrer spielen werden. In solchen Phasen passiert ein kleines Wunder, von dem sich die Zuschauer im Kino dann verzaubern lassen.
Wenn Sie das nächste Mal einen Film schauen, dann machen Sie einfach mal die Augen zu und hören den Darstellern nur zu. Spricht so ein Mensch? Oder klingt das nach Papier? Sie werden rasch den Unterschied hören, zwischen „Text aufsagen“ und „eine Figur zum Leben erwecken“.
Der Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner (1892-1970) hat es in seiner Autobiografie auf den Punkt gebracht:
„Für mich ist das Lebensaufgabe: Den falschen Ton bekämpfen. Nun, wenn sie einen falschen Ton bekämpfen, dann müssen sie kämpfen und zwar schwer kämpfen, nämlich gegen das Falsche. Das ist fast ein Kreuzzug. Wie wollen sie da, im Nahkampf, im schwersten Kampf, wenn sie auch ein Freund des Schauspielers sind, immer ein zärtlicher Freund bleiben?“
Fritz Kortner (1892 – 1970), Schauspieler und Regisseur
Fun Facts
Axel Neumann gibt’s auch als Spielfigur der Kinder-Überraschungs-Eier!
„7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ war der erste deutsche Film, für den eine eigene Figuren-Sonderreihe für die Kinder-Überraschungs-Eier produziert wurde. Axel war als Rumpelstilzchen die Vorlage für eine dieser Figuren.
Und wer Axel gerne singen hören möchte, der hat im Rumpelrock aus dem gleichnamigen Film dazu, eine einzigartige Gelegenheit.
Die Komposition stammt von Joja Wendt, der Text von Bernd Eilert. Wer den Rumpel-Rock hört, der weiß, dass Joja Wendt das wahre Ich vom Rumpelstilzchen erkannt hat: Heavy Rock! Das ist Power, das ist Energie, da fliegen nicht nur die Fetzen, da fliehen auch die Zwerge.… In diesem Sinne: Vielen Dank Joja!
Seit ein paar Jahren ist ein fantasievolles Video mit dem „Rumpelrock“ online. Nicht ganz rechtskonforme Nutzung des Liedes, aber eine so tolle Kreativität soll sich entfalten können.




